Rat: Ja zur Ganztagsschule

Einstimmiger Beschluss für die Einrichtung in St. Goarshausen- Heide -
Konzept der Lehrer überzeugt
Der Verbandsgemeinderat Loreley hat am Donnerstagabend innerhalb von rund 15 Minuten mehr als eine halbe Million Euro ausgegeben - das würde selbst beim Shoppen schwer fallen. Darüber hinaus hat sich das Gremium mit der Einrichtung eines Ganztagsangebots an der Loreleyschule beschäftigt und entscheidende Weichen für die nächsten Jahre gestellt.

ST. GOARSHAUSEN. Der Rat der Verbandsgemeinde Loreley hat ohne Gegenstimme dem Grob- Konzept zugestimmt, mit dem die Loreleyschule in St. Goarshausen- Heide zur Ganztagsschule werden soll. Das Konzept ist von einer Arbeitsgruppe an der Schule erstellt worden und wird jetzt Grundlage für einen Antrag sein, den die Verwaltung als Schulträger der Regionalen Schule mit integrierter Grundschule ans Bildungsministerium stellen will. Bis zum 3. November muss dies spätestens geschehen sein, damit an der Einrichtung - die Zustimmung der Schulbehörde vorausgesetzt - zum Schuljahr 2009/2010 ganztags unterrichtet werden kann.
Damit die Schulbehörde, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion, ihr Okay gibt, sind für die Grundschule mindestens 35 und für die weiterführende Schule mindestens 54 verbindliche Anmeldungen nötig. Deshalb wird derzeit bei den Eltern abgefragt, ob ihr Nachwuchs von 2009 an zum Mittagessen und Nachmittagsunterricht an der Schule bleiben soll. 60 Eltern von Grundschülern haben dies bereits mit Ja bekundet, für die Regionale Schule liegen 41 Zusagen vor, wobei aber noch 150 Eltern- Antworten ausstehen.
Die Fraktionen sind vom Konzept und der Notwendigkeit einer Ganztagseinrichtung überzeugt, wenngleich sie einmütig davon sprechen, dass nur die Eltern selbst entscheiden könnten, welchen Weg die Schule einschlage. Jens Güllering sagte für die CDU: "Die Ganztagsschule ist wichtiger denn je. Dennoch steht der Elternwille über allem, ihm müssen wir uns unterwerfen."
Die Sprecher der Parteien wiesen auch daraufhin, dass das Konzept ständig weiterentwickelt werden und immer eine ausgefeilte pädagogische Linie erkennbar sein müsse. Karl- Heinz Lachmann, SPD: "Die Schule darf nicht zur Aufbewahrungsanstalt verkommen."
Dass die Loreleyschule künftig im Wettbewerb um immer weniger Schüler mit einem Ganztagsangebot erheblich besser dastehe, gehört ebenfalls zur Überzeugung der Kommunalpolitiker. Armin Stillarius, FWG: "Wir sanieren die Schule vor dem Hintergrund des Wettbewerbs, genauso müssen wir auch die Ganztagsschule einrichten, damit die Schule bestehen kann."
Bürgermeister Dieter Clasen wies darauf hin, dass durch die eventuelle Einrichtung einer Ganztagsschule auch mehr Kosten auf die Verbandsgemeinde zukommen. "Wie viele Kinder kommen tatsächlich, wie viele Räume brauchen wir? Brauchen wir eine zweite Küche, wird das Essen selbst gekocht, wird es gebracht? Das sind Fragen, die wir im späteren Verlauf noch klären müssen."
Um die genaue Anzahl der Kinder und Jugendlichen zu ermitteln, die das Tagesangebot schließlich wahrnehmen, ist mit Beginn des neuen Schuljahres eine zweite Umfrage bei den Eltern geplant. "Dann sind auch die Eltern der neuen Erst- und Fünftklässler definitiv dabei", erklärte Rektorin Linda Pfannschmidt gegenüber unserer Zeitung.
Markus Wakulat

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Zeitung.