Neue Vertrauenslehrer treten in große Fußstapfen

Loreleyschule: 27 Jahre lang war Elke Gros Ansprechpartnerin für Kinder und Jugendliche - Jörg Gentner und Elisa Kaiser folgen

ST. GOARSHAUSEN-HEIDE/BORNICH.
Für die Lehrer und Schüler der Loreleyschule haben gestern die Osterferien begonnen. Elke Gros hat bereits seit einigen Wochen frei. Genauer gesagt hat sich die ehemalige Lehrerin der Regionalen Schule nach 39 Jahren in den selbst gewählten Vorruhestand verabschiedet.
Während der knapp vier Jahrzehnte als Pädagogin war Gros satte 27 Jahre lang Vertrauenslehrerin. Generationen von Kindern und Jugendlichen haben der Bornicherin ihre Probleme, Ängste und Nöte anvertraut. "Ich kann die vielen Schüler gar nicht mehr alle zählen kann", sagt die sympathische Frau.
Ihr Ziel sei es immer gewesen, Ansprechpartnerin zu sein für alle Schüler mit ihren großen und kleinen Sorgen, auf "meine Kinder" aufzupassen, dass sie den Schulalltag gut bewältigen, dass sie aufrichtige und ehrliche Menschen würden. "Das vermisse ich jetzt schon", sagt sie etwas wehmütig. "Es war sehr schön und manchmal auch überwältigend, wenn die Kinder auf dem Schulhof einfach so auf mich zugelaufen kamen, mich herzlich drückten und weiter liefen." Ihr Ziel sei nie nur die Vermittlung des Lehrplans gewesen, "weil das den Kinderseelen nicht gerecht werden kann". Sie wollte "es einmal besser machen, als es mir in meiner Schulzeit ergangen war". Grundschule und Gymnasium hat Elke Gros in St. Goarshausen absolviert.
Und doch ist ihr ein Lehrer von damals besonders im Gedächtnis geblieben, dem sie ihre Berufswahl sowie die Einstellung zur pädagogischen Arbeit verdanke: Mathematiklehrer Otto Schmidt aus Patersberg, der unter anderem bei ihren Engagement als Klassensprecherin bestärkt hatte. Nach dem Studium und einer Zeit an der Hauptschule in Holzappel kam Gros schließlich 1979 nach St. Goarshausen-Heide, blieb dort und unterrichtete fortan die Fächer Sport und Textiles Gestalten. Nebenbei wirkte sie für das Volksbildungswerk im Bereich der Erwachsenenbildung und vertiefte die Arbeit an textilem Design am Computer.
Die Loreleyschule hat seit kurzem übrigens neue Vertrauenslehrer. Jörg Gentner und Elisa Kaiser kümmern sich um die wahrlich vielfältigen Aufgaben. "Es ist eine "aufreibende Arbeit", sagt Gros, die viel persönliches Engagement mit intensiver schulpsychologischer Fortbildung einfordere. Die Vertrauenslehrer halten das soziale System der Schule zusammen. Sie kümmern sich um die Paten, die die Erstklässler täglich an die Hand nehmen, bis sie sich eingewöhnt haben, die Türaufsicht, den Schlüssel-, Basketball- und Tischtennisdienst. Weiter soll in einem Umweltplan für die Pflege des Regionalschulhofes gesorgt werden. Ganz wichtig ist auch die Koordinierung der Bus-Scouts, die beim Ein- und Aussteigen an den Haltestelle für Ordnung sorgen. Die Scouts haben auch eine Meldepflicht für renitente Mitschüler. Das Fortbestehen dieser Einrichtung war für Elke Gros sehr wichtig, "weil dabei Schüler, Lehrer und Eltern zusammen eingebunden sind".
Der ständige Kontakt zwischen Schule und Eltern sei das A und O einer erfolgreichen pädagogischen Arbeit, davon ist Gros überzeugt. "Für Elternbesprechungen stand in besonderen Fällen auch immer mein Haus offen, nachmittags oder auch abends." Die Klasse 4a hatte ihr zum Abschied ein Zeugnis ausgestellt: "Zeugnis zum Ruhestand, versetzt in die Freizeit / Freiheit". Verbunden damit war die Verleihung von drei Orden, dem Brötchenorden, dem Schlüsselorden und dem zur Ernennung zur Verbindungslehrerin auf Lebenszeit. Da waren auch kleine Tränen der Rührung erlaubt.
(nos)

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Zeitung.