Loreleyschule: Lehrer von Konzept überzeugt

Die Loreleyschule wurde in den 70er-Jahren als Grund- und Hauptschule gebaut. Nach und nach wurden umliegende Grundschulen geschlossen. Der weiterführende Teil der Bildungseinrichtung wurde 2002 zur Regionalen Schule. Im kommenden Sommer wird diese in eine "Realschule Plus" umgewandelt..

ST. GOARSHAUSEN-HEIDE. Die Lehrer der Loreleyschule sind von ihrem Konzept und ihrer Arbeit überzeugt. Sie können es nicht nachvollziehen, dass Elternvertreter anderer Schulen ihre Arbeit kritisieren (wir berichteten). Sie sind der Ansicht, dass diese Eltern das Konzept der Loreleyschule nicht kennen. "Unabhängig von den Veröffentlichungen in der Presse haben wir die Eltern der Dahlheimer Grundschule separat eingeladen, um auch ihnen das Konzept der Loreleyschule zu erklären", sagt Bürgermeister Dieter Clasen. Ein Viertel der Eltern, die Kinder auf der Josef-Guggenmos-Grundschule haben, seien zu der Vorstellung am Dienstagabend gekommen, und laut Clasen sei der Abend hervorragend verlaufen. "Die Eltern wissen jetzt endlich, was auf der Loreleyschule möglich ist. Wir bieten eine gleichwertige Alternative zur Integrierten Gesamtschule in Nastätten."
Der größte Vorteil der Schule ist, da ist sich Clasen sicher, dass sich durch die Umwandlung der Regionalen Schule in eine "Realschule Plus" nichts am Konzept ändern muss. "Wir brauchen nichts Neues. Unser Konzept, das seit Jahren erfolgreich gelebt wird, ist Vorlage für eine IGS wie sie sich in Nastätten erst noch etablieren muss."
Im Gespräch mit der RLZ macht Schulleiterin Linda Pfannschmidt deutlich, warum ihre Schule den Wettbewerb mit anderen Bildungseinrichtungen nicht scheuen muss. Die Loreleyschule will sich auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und der damit verbundenen geringeren Schülerzahlen in den kommenden Jahren durchsetzen.
Im St. Goarshausener Stadtteil Heide werden in diesem Schuljahr 521 Kinder und Jugendliche unterrichtet. 256 davon besuchen die Regionale Schule, 265 die Grundschule. Derzeit gehen 48 Kinder in das fünfte Schuljahr, in der zehnten Jahrgangsstufe sind 34 Schüler, die die Loreleyschule im Sommer mit dem Realschulabschluss in der Tasche verlassen wollen.
An der Loreleyschule wird ab der siebten Klasse im Klassenverbund leistungsdifferenziert gearbeitet - das heißt, Kinder, die unterschiedlich gut sind, werden zwar zusammen unterrichtet, erhalten jedoch unterschiedliche Aufgaben gestellt. Die Kinder gehören so entweder Basis- oder Erweiterungskursen an. Dementsprechend qualifizieren sie sich am Ende der neunten Klasse für die zehnte. Die Kurseinteilung ist flexibel. Pfannschmidt: "Dieses integrative Lernen hilft, Schüler aufzufangen, die mal einen Durchhänger haben. Auf der anderen Seite werden Schüler aus Basiskursen animiert, sich auch mal schwierigen Aufgaben zu stellen. Sie werden angespornt."
Neben den Pflichtfächern gibt es wie an Realschulen auch Wahlpflichtfächer. Das heißt, die Kinder wählen nach der Orientierungsstufe ob sie ihr Wissen über Naturwissenschaften, Wirtschaft, Kunst, Sport, Französisch, Familienhauswirtschaft oder Informationstechnologie vertiefen wollen. Seit diesem Schuljahr ist der naturwissenschaftliche Unterricht ausgeweitet worden, um weitere Voraussetzungen der "Realschule Plus" zu erfüllen.
An der Loreleyschule arbeitet seit einem Jahr eine Schul-Sozialarbeiterin. Sie bietet den älteren Schülern unter anderem Bewerbertraining an. Außerdem werden Fachleute von außen an die Schule geholt (zum Beispiel Krankenkassen oder Banken), um die Jugendlichen auf das Berufsleben vorzubereiten.
Die Schule gilt als ECDL-Prüfungszentrum (European Computer Driving Licence). Dieser "Computer-Führerschein" dient dem Nachweis von grundlegenden IT-Kenntnissen und ist in 148 Ländern anerkannt. Computerfähigkeiten werden darüber hinaus auch in Deutsch (ab 5. Klasse, Word) und Mathematik (ab 6. Klasse, Excel) vermittelt.
Die Loreleyschule ist eine Schwerpunktschule, das heißt auch Kindern mit Beeinträchtigungen ist es dort möglich, den Unterricht in einer Klasse gemeinsam mit normal entwickelten Kindern zu besuchen. Dafür stehen besonders qualifizierte Pädagogen zur Verfügung.
Ab kommendem Jahr soll die Einrichtung Ganztagsschule werden. Schulträger und Lehrerkollegium warten nur noch auf das positive Signal aus dem Bildungsministerium. Mitarbeiter des Bauamtes der Verbandsgemeinde haben bereits die Räume ausgeguckt, die als Mensa oder Vorbereitungszimmer dienen könnten. Erfolgt der Zuschlag für die Ganztagsschule, will der Bau- und Liegenschaftsausschuss Ende Januar die weitere Planung angehen.
Markus Wakulat

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Zeitung.