29 Projekte fordern Kinder einmal anders

Eine Woche lang ist Paukerei an der Loreleyschule ausgesetzt - Präsentation ist am heutigen Freitag

ST. GOARSHAUSEN-HEIDE. "Wie gefällt ihnen die Farbe, Frau Pfannschmidt?", fragt ein Junge im Malerkittel seine Schulleiterin. Die ist sehr zufrieden. Überhaupt erlebt Frau Pfannschmidt, deren Vorname Linda ist, derzeit, dass sich einiges verändert in der Loreleyschule. Grund dafür ist die Projektwoche, an der die rund 550 Kinder vom ersten bis zum zehnten Schuljahr teilnehmen.
29 Projekte umfasst das Angebot. Die Schulhofgestaltung hinterlässt kreative Spuren an eckigen Metallpfosten, "Do it yourself" (Hilf dir selbst) widmet sich dem Inneren des Schulhauses. Neue Schilder für das Sekretariat und den Hausmeister-Posten soll es geben, mit Schablonen und Laubsägen sind Kevin Krug und seine Kollegen am Werk.
Der Achtklässler aus Patersberg arbeitet in der Gruppe auch mit Jungen aus dem dritten Schuljahr zusammen. "Das klappt sehr gut", sagt er zur großen Altersspanne und Linda Pfannschmidt findet ebenso: "Das Klassen übergreifende lockert auf." Weiterhin schätzt sie die Projektwoche, weil die Schüler ihre Lehrer in gewandelter Rolle und veränderter Atmosphäre kennen lernen.
"Manche Kinder blühen richtig auf", ergänzt ihr Stellvertreter Volker Bernhard, denn als Handwerker glänzt schon mal ein sonst lernschwacher Schüler. Selbstständigkeit und gegenseitige Hilfe sind zusätzliche Pluspunkte. Beim Projekt der Lehrerin Gudrun Teck-Sauerwein kommen sie ebenfalls zum Tragen.
"Zwei der älteren Schülerinnen unterstützen die Jüngeren ganz hervorragend", berichtet sie. So entstehen die berühmten Nanas, die auf das Schaffen der Künstlerin Niki de St. Phalle zurückgehen. Ein mannshoher "Schlangenbaum" ragt bereits im Klassenzimmer auf, gerade macht sich die Gruppe daran, einen alten Stuhl kreativ zu verfremden. Zootiere und das Mittelalter oder ein Gruselprojekt, bei dem die Heranwachsenden basteln und ein Hörspiel aufnehmen, stehen zudem auf dem Projektwochenplan. Die Schüler tanzen, nähen, drucken und kochen. In einem Weinberg legen sie einen Schriftzug an. Das Weltall lockt, Musikinstrumente werden gebaut. Gelegentlich wirken Eltern mit. Eine Mutter organisiert sogar ein Projekt über die Indianer Nordamerikas alleine.
Nordic Walking und Volleyball fesseln die Sportfreunde, das Theater steht im Mittelpunkt von gleich zwei Angeboten. Im Stück, das der Lehrer Carsten Schmitt anleitet, sind besonders viele Schüler mit Förderbedarf dabei. "Vierte Szene, Action, Ruhe", heißt es in konzentriertem Ton auf der Bühne der Aula.
Am heutigen Freitag haben Eltern, Mitschüler, Freunde, Lehrer und alle anderen Interessierten die Gelegenheit, sich über die Ergebnisse der Projektwoche zu informieren. Die Präsentation in der Regionalen Schule mit integrierter Grundschule dauert von 9 Uhr bis 12 Uhr.
(tst)

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Zeitung.