Schulsanierung soll bis Montag fertig sein

Wegen Lieferengpässen werden Böden in Fluren und Treppenhäusern erst in den Herbstferien verlegt

ST. GOARSHAUSEN-HEIDE. Kaum zu glauben, dass in dieser Schule am kommenden Montag das neue Schuljahr in ordentlichen Unterrichtsräumen beginnen soll, denn noch gleicht der gesamte Gebäudekomplex der Loreleyschule einer staubigen Baustelle. Aber der Termin steht, darin sind sich Bürgermeister Dieter Clasen, Ewald Gabel und Ewgenia Dobschinskaja von der Bauabteilung der Verwaltung sowie Hausmeister und Haustechniker Hans Baumert sicher.
Zwar sind alle Fachräume inklusive der Lehrküche fertig- gestellt, auch das Lehrerzimmer, das noch eine neue Küchenzeile erhält, aber die Flure und Treppenhäuser noch nicht. Dort sind die Handwerker in voller Aktion mit Verputzarbeiten befasst, Kabel müssen weiter verlegt werden, die Deckenverkleidung fehlt völlig, einige Zimmertüren müssen eingebaut werden. Auch im Verwaltungstrakt gibt es viel zu tun. Funktionsfähig sind die Feuerschutztüren in den Fluren, die aber ständig offen bleiben und nur bei Feuer durch Sensoren automatisch als Rauchschutztüren geschlossen werden. Fertig ist auch die ebenfalls sensorgesteuerte Beleuchtungsanlage in den Fluren, Treppenhäusern und Klassenräumen. Dort erfassen weitere Sensoren sogar, ob Unterricht gehalten wird und geheizt werden muss.
Der Aufzug ist barrierefrei eingebaut worden, die sanitären Anlagen ebenfalls für Behinderte uneingeschränkt zugänglich, wie der Rundgang zeigte. Im Schwimmbad sorgt die Fachkraft für Bäderbetriebe, Melanie Lichtenberg, wieder für einwandfreie Nutzung.
Was fehlt, sind die neuen Bodenbeläge in Fluren und Treppenhäusern. "Die ausführende Firma begründet das mit Lieferproblemen der Hersteller", erklärte Ewald Gabel, "und das ist nachvollziehbar. Derzeit wird in sehr vielen Schulen die Ferienzeit zu Renovierungen genutzt." Die Fußbodenarbeiten werden daher in die Herbstferien verlegt.
Die zwei Wochen würden ausreichen, den Kautschukbelag auf den bestehenden Steinboden aufzubringen. Begonnen wurde die Renovierung der Schule vor fünf Jahren mit der Installation der Holzhackschnitzelheizung, "die sich nach heutigen Energiepreisen schneller amortisieren wird als geplant", freute sich Dieter Clasen. "Noch mehr Nutzen würde sie aber bringen, wenn auch schon die Fenster erneuert wären", klagten Baumert und Gabel mit Blick auf die zum Teil sehr desolaten Fenster, deren Zweischeibenthermophenverglasungen bereits Luft gezogen haben. Die nicht isolierten Aluminiumrahmen wären "echte Kältebrücken, reinste Energieverschwender". Das aber wären Investitionen für den nachfolgenden Bauabschnitt, fügte Dieter Clasen an.
Neue Fenster brächten eine echte Energieersparnis, aufwendig isolierte kleine Fassadenflächen weit weniger. Der laufende Bauabschnitt 1 wurde vor drei Jahren begonnen. "Wenn renovieren, dann richtig", ist die Meinung aller, führte Dieter Clasen aus, und so wurden in diesen Bauabschnitt 1,6 Millionen Euro eingeplant, 1,2 Millionen sind schon für Aufträge vergeben. "Bisher hat sich alles im geplanten Kostenrahmen bewegt", sagte Clasen.
Die umfangreichen Renovierungsarbeiten hätten sich bei den Eltern herumgesprochen, was sich mit 52 Neuanmeldungen für die Klassen 5 positiv bemerkbar gemacht hätte. Die Eltern hätten vielfach erst nach Informationsgesprächen über die Renovierungen die Anmeldungen vorgenommen. Aber auch die Anerkennung als "Schwerpunktschule zur Integration beeinträchtigter Kinder" habe das Anmeldeverhalten der Eltern positiv beeinflusst.
Die letzten Handgriffe vor der anstehenden Grundreinigung dürfen die Maler ausführen, die die Flure und Treppenhäuser mit einer "angenehmen Farbenvielfalt" versehen werden, wie Hans Baumert erklärte. "Ja, unsere Schule wird bunt", bestätigte Clasen.
(nos)

Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Zeitung.